Leseprobe "LUST AUF FRANKREICH"
Auszug aus dem Vorwort:
Nach Frankreich nicht nur zum Urlaub, sondern dort arbeiten oder studieren, also „richtig zu leben“, daran war anfangs gar nicht gedacht. Das kam erst viel später.
Da war zunächst nur der Urlaubsort und das Zauberwort Frankreich! Seit meiner Kindheit übte dieses Land eine unbeschreibliche, geheimnisvolle Anziehungskraft auf mich aus. Und erst die Übersetzung: La FRANCE! Welche Geheimnisse verbargen sich hinter der Weichheit dieser Worte?! Meine Neugier verwandelte sich in üppige Phantasien und wurde zur Abenteuerlust. Es waren frühe französische Filme zum Beispiel mit Jean Gabin, mit Catherine Deneuve (Ekel und Belle de Jour), vor allem mit Michel Piccoli (Themroc, La grande bouffe), später mit Gérard Depardieu, Sammy Frey (Porqui pas?) oder Isabelle Adjani (Geschichte der Adele H.), oder die erste französische Emanze, die ich auf der Leinwand kennenlernte: Bernadette Lafont in Die Verlobte des Teufels, die mich verstört und erschrocken im Kinosessel festhielt, bis ich mir Gedanken machte über deutsche und französische Frauenbilder. Diese und andere Akteure, Vertreter einer fremden Welt, die mich in ihrer damals für mich außergewöhnlichen und geheimnisvollen Art für Frankreich begeisterten. Zu einer Zeit, als deutsche Filme und Schauspieler noch bieder und leblos waren, so bieder wie die Oberflächlichkeit des damaligen deutschen Alltags. Oder mein erstes französisches Buch: Jean-Paul Sartres Das Spiel ist aus und später seine Berichte über die letzten Tage der deutschen Besatzung in Paris. Und es waren die Farben von Renoir, Degas oder Monet, die Farben der Verführung zu Sonne und Meer, die mich verführten.
Und endlich meine ersten Besuche. Zunächst Paris! Dieses nur unklar definierbare Traumwort "Paris" gaukelte mir vor: Rififi an der Place Pigalle, Erotik und modische Geschöpfe auf der Avenue des Champs-Élysées, Jean Gabin wandert als Maigret mit grimmig entschlossenem Gesicht und der Pfeife im Mund durch den Justizpalast, Liebespaare am Quai de la Seine, Studenten im Quartier Latin, nur einmal Jean Paul Sartre an Simones Seite lesend oder diskutierend vor Chopins Denkmal im Jardin du Luxembourg sehen, oder Picasso in seiner Stammkneipe am Montparnasse. Oder schlicht und einfach der Eiffelturm, – den ich dann bei meinem ersten Besuch glatt verpasste, weil ich mich in eine junge, bildhübsche Französin verknallt hatte.
Und das war Weißbrot; langes, frisches, knuspriges Weißbrot, an dem man noch die Wärme der Backstube roch und spürte, Rotwein und frischer Käse. Ein ganzes langes, goldgelbes, holpriges Weißbrot, der Länge nach aufgeschnitten, und einen leibhaftigen französischen Camembert darauf gelegt und dann hineingebissen, auf einer Parkbank sitzend, die Sonne scheint, flatternde Röcke und vielversprechende Gesichter, der Akkordeonspieler überschlägt im Hut seine Tageseinnahme, eine Amerikanerin sagt „beautifull“, drei Japaner fotografieren, ein Clochard schneuzt sich die Nase und blickt verklärt auf die halbvolle Weinflasche.
Und es waren Straßencafés, Häuser wie Taubenschläge, mit Terrassen und viel Trubel; nicht wie im alten und langweiligen Mief unseres heimatlichen Ratskellers, in denen ich als Kind immer still und brav meine Bockwurst mit Limonade verdrücken musste, während daneben meine Eltern sich über die Intrigen zwischen örtlichem Kaninchenzucht- und Karnevalsverein unterhielten. Jetzt, in Paris, waren es vorbeiwogende Menschen, Kleider, Beine, Gesichter, man konnte sich eines davon aussuchen und die Phantasie Purzelbäume schlagen lassen. Flotte Kellner, die alle durcheinander schrieen, und Geld, das man beim Weggehen einfach auf dem Tisch neben den Kassenbon legt; „le garcon“, flink, wachsam, schnodderig, immer auf Achse aber nicht übermäßig höflich, würde sich des Geldes sicher gleich bemächtigen.
Hektischer Betrieb in der Metro, damals noch primitiv, klappernd durch die Schächte rasselnd; heute modern, pfeilschnell und auf Hartgummirädern im surrenden Minutentakt; teilweise ohne Zugführer, nur von Computerprogrammen ferngesteuert. Studentinnen im Jardin du Luxembourg, Bücher unterm Arm, mit melancholischen oder abweisenden, herausfordernden, vielversprechenden oder verschlossenen Gesichtern und wehenden Röcken. Und die Liebespaare an der Seine sind keine Erfindung der französischen Touristenwerbung, sondern echt, leibhaftig und Appetit anregend.
Morgens um Sechs, Marktgeschrei in engen Gassen, Obst und Gemüse wie Meisterwerke aufgebaut, Rendezvous der Nachtbummler und Frühaufsteher, den ersten starken Espresso an der Bar im Stehen, Straßenreinigung und kläffende Hunde, das Wasser perlt und spritzt aus den Hydranten, der Müll einer Nacht wird weggeschwemmt, bergab, von afrikanischen Reinigungsarbeitern mit dem Besen getrieben in Richtung Seine. Die ersten Geschäfte öffnen, Metroschächte spucken ihr Tagespensum aus, die Widersprüche von Paris sagen sich Guten Morgen und gehen Hand in Hand durch den Tag. Ein Gefühl unbändiger Freiheit überkommt mich, als würde ich schweben, als sei ich losgelöst vom schnöden Arbeitsalltag, als könne ich hier bleiben, könne mich hineinfallen lassen in die Pariser Atmosphäre, und müsse nie mehr nach Deutschland zurück....
Leseprobe aus dem 4. Kapitel "Frankreich von A bis Z":
Auszugsweise die Buchstaben "M" bis "P":
MEDIKAMETE, APOTHEKEN
Einige französische Apotheken (Pharmacie, erkenntlich am Grünen Kreuz) sind mitunter auch bei rezeptpflichtigen Medikamenten großzügiger als Deutschlands Apotheker, wenn man glaubhaft machen kann, dass Sie nur einen durch Urlaub bedingten Engpass überbrücken müssen, mit dem Medikament Erfahrung haben und in Deutschland ärztlich behandelt werden. Erfahrungen zeigen, dass man sogar Viagra und Antibiotika mit Überredungskunst ohne Rezept erhalten kann. Medikamente sind in Frankreich teils billiger als in anderen Ländern. Medikamente sind in Frankreich zunächst zu 100 Prozent zu bezahlen (Ausnahme: Ihnen wurde von Ihrer französischen Krankenkasse für bestimmte lebensgefährliche Krankheiten und deren Behandlung eine 100 prozentige Deckung zugesagt, oder Sie erhalten Sozialhilfe, was von allen Zuzahlungen befreit, oder die Apotheke erkennt bereits Ihre „Carte Vital“ an). Da die gesetzliche Kasse nur 65 % erstattet, haben Franzosen – oder hier fest lebenden Ausländer – deshalb neben ihrer gesetzlichen Krankenversicherung (assurance maladie de securité social) oft noch eine private Zusatzversicherung (assurance privée et complémentaire) abgeschlossen, um Deckungslücken zu vermeiden. Allerdings hat sich in Frankreich bei fast allen Apotheken und medizinischen Stellen die grüne Plastikkarte der Krankenkassen durchgesetzt, so dass sich die Abrechnung vereinfacht hat, weil die medizinischen Dienste direkt mit der Kasse abrechnen. Mehr zur französischen Gesundheitskarte finden Sie unter dem Stichwort CARTE VITAL - Web: www.sante.gouv.fr
MIETVERTRÄGE
Bitte beachten Sie hierzu zunächst den Beitrag von Thomas Schrade: „Alles was Recht ist“ in diesem Ratgeber. Einen französischen Standardmietvertrag (mehrseitig und in zwei Ausfertigungen) erhalten Sie in Papierwarenhandlungen. Sie können aber auch einen formlosen Vertrag – auf Französisch!!! – abfassen, solange er alle gesetzlichen Vorgaben enthält (z.B. Vertragspartner mit Anschrift, Mietdauer, Mietzins, Zahlungsweise, Punkte zur Möblierung oder Nichtmöblierung u.a.). Achten Sie auf die Mietdauer! Unmöblierte Wohnungen werden in der Regel auf drei Jahre mit Verlängerungsmöglichkeit vermietet und es besteht Kündigungsschutz. Möblierte Wohnungen und Ferienwohnungen werden befristet vermietet. Sie haben keinen Kündigungsschutz! Möblierte Wohnungen können monatlich gekündigt werden! In der Regel verlangen französische Wohnungsvermieter – egal ob privat oder als Agentur – folgende Unterlagen vor Vertragsunterzeichnung: Ein französisches Bankkonto mit der nötigen Bankbürgschaft, oder die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, die Mietquittungen der letzten drei Monate oder eine Bescheinigung einer Mietschuldenfreiheit, eine Rechnung der Elektrizitätswerke (EdF) oder eine Telefonrechnung von France-Telecom. Hier beißt sich mitunter die Katze in den Schwanz, denn völlige Neuankömmlinge können diese „französischen“ Unterlagen ja noch nicht beibringen. Hier sind mitunter Fingerspitzengefühl und gute Vorbereitung notwendig; man könnte sich diese Dokumente bereits in Deutschland besorgen und glaubhaft übersetzen lassen. Oder man benötigt französische Bürgen. Reibungsloser wird es unter Einschaltung von Rechtsanwälten und Steuerberatern gehen. Aber das ist eine finanzielle Frage, und die wird von einem Manager mit Villen-Wunsch anders gelöst als von einer Au-Pair-Frau oder einem Kellner, die nur eine Zweizimmerwohnung benötigen. ööö Über Wohnungssuche und Mietverträge in Frankreich finden Sie eine ausgezeichnete Webseite hier: www.justlanded.com (dort auf „Frankeich“ und dann auf die entsprechenden Suchbegriffe klicken).
MINDESTLOHN (SMIC = Salaire minimum interprofessionnel de croissance):
Während in Deutschland die Diskussion um Mindestlöhne noch nicht abgeschlossen war, gibt es in Frankreich seit 1980 einen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn (SMIC), der jährlich am 1. Juli den allgemeinen Lebenshaltungskosten angepasst wird. Er lag 2008 bei 8,44 Euro/Std. Jährlich kann man erfahrungsgemäß von einer Erhöhung um 20 Cent/Std. ausgehen. Prämien, Fahrtkosten, Überstunden- und andere Zuschläge dürfen nicht im SMIC enthalten sein und werden extra bezahlt. Die meisten “einfachen” Arbeitsstellen und Jobs unterliegen diesem “SMIC”, auf den bereits bei der Stellenausschreibung hingewiesen wird. Ausgenommen vom SMIC sind Auszubildende, Behinderte, Jugendliche unter 18 Jahren mit einer Berufserfahrung von weniger als 6 Monate. Auskünfte geben die französischen Arbeitsämter www.anpe.fr oder die französischen Gewerkschaften (siehe bei “A bis Z“ das Stichwort “Gewerkschaften“). Zusammenfassung der franz. Gewerkschaften im Web: http://votants.free.fr/Sites/syndic.htm.
Andere Franz. Webseiten zu den Themen SMIC, Arbeit und Soziales:
www.insee.fr oder www.travail.gouv.fr
MITGLIEDSCHAFTEN - Organisationen, Vereine, Parteien
Auch Ausländer haben das Recht, französischen Parteien, Vereinen, Organisationen, Bürgerinitiativen oder Immobilienvereinigungen beizutreten, aktiv teilzunehmen, sich an deren Wahlen beteiligen oder in deren Gremien gewählt zu werden. Bei kulturellen oder sportlichen oder gewerkschaftlichen Aktivitäten ist hierzu ein fester Wohnsitz in Frankreich nicht nötig. Bei politischen Wahlen (z.B. Kommunalwahl) ist zur Teilnahme oder zur Wählbarkeit ein französischer Erstwohnsitz nachzuweisen; Sie dürfen dann nicht mehr im Ausland wählen oder dort gewählt werden!
MONACO
Das Fürstentum von Monaco (Hauptstadt Monte Carlo) liegt von französischem Territorium umschlossen am Mittelmeer unweit der italienischen Grenze. Da man dort weder eine Einkommen- und noch Erbschaftsteuer zahlt, wird der Zwergstaat von den Reichen dieser Welt als Wohnsitz ausgewählt. Etwa 80 % der Bevölkerung sind Franzosen, Italiener und Monegassen; die restlichen 20 % der Bewohner verteilen sich auf etwa 145 Nationen. Monaco gehört nicht zur EU; auch die EU-Arbeitsgesetze und das freie EU-Niederlassungsrecht sind dort nicht gültig: http://de.wikipedia.org/wiki/Monaco
NACHSENDEANTRÄGE
Einen postalischen Nachsendeantrag (Service Réexpédition) in Frankreich nehmen Sie mit einem Personaldokument auf Ihrem bisherigen Zustellpostamt oder jedem anderen Postamt mindestens zehn Tage vor der ersten Nachsendung vor. Der bei einem Wohnungswechsel für sechs Monate – Réexpédition définitive – (und auf weitere sechs Monate verlängerbare) Antrag kostet etwa 25 Euro Gebühr. Sie können den Antrag auch auf eine kürzere (Urlaubs)zeit befristen (Réexpédition temporaire). Auf den gleichen Antrag können Sie mehrere Familienmitglieder oder zum gleichen Haushalt gehörende Personen benennen. Jede dieser Personen muss den Antrag unterschreiben; am Schalter benötigen Sie allerdings nur ein Personaldokument. Am Postschalter bekommen Sie auch 20 Postkarten (cartes dispensées d’affranchissement), mit denen Sie kostenlos Ihre neue Adresse bekanntgeben können. Außerdem stehen Ihnen fünf große Briefumschläge (Prêt-à-Poster Réexpédition) kostenlos zur Verfügung, in denen Ihre Post von einer Vertrauensperson an Sie nachgeschickt werden kann. Nachsendeanträge an eine postlagernde Adresse sind nicht möglich. Wegen der juristischen Bedeutung postalischer Nachsendeanträge beachte man den Hinweis „Postvollmacht“. Die französische Post im Web: www.laposte.fr
NATIONALPARKS
Die franz. Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es finden sich 30 regionale Naturparks mit einer Fläche von 5.020.000 ha: www.parcsnationaux-fr.com/accueil/
ORDNUNGSSTRAFEN, Bußgelder, Strafzettel
Früher, noch vor nicht allzu langer Zeit, haben Franzosen ihre „Verkehrsknöllchen“ gleich in den Papierkorb oder in die Gosse geworfen, während Deutsche die Sache ohnehin nicht ernst genommen haben. Aber die Lage hat sich geändert: Wer nicht zahlt (egal ob es sich um ein Verkehrsknöllchen, oder ein gerichtlich bemessenes Bußgeld handelt), kommt in einen Zentralcomputer. Bei Ein- oder Ausreise, an Flughafenkontrollen oder Autobahnzahlstellen werden die Sünder dann von der Polizei herausgepickt; das Fahrzeug kann beschlagnahmt, der Flug verhindert werden – bis zur Zahlung der Schulden. Außerdem arbeitet Frankreich jetzt europaweit und vor allem mit deutschen Behörden zusammen. Neuerdings können Gelder auch im Heimatstaat, also im Namen Frankreichs auch von deutschen Behörden – und umgekehrt – eingetrieben werden. Die Erfahrung zeigt zwar, dass bis zur Vereinheitlichung noch eine Weile vergehen wird, aber wir sollten vorgewarnt sein! Französische Bußgelder oder Strafzettel werden entweder sofort an die Polizei gezahlt, oder später durch den Kauf von „Steuermarken“ (in Tabac-Läden oder beim Finanzamt – Hôtel des Impots oder Trésor public – erhältlich) beglichen.
POLIZEIDIENSTE
Frankreich verfügt über mehrere Polizeidienste mit unterschiedlichen Aufgaben: Police Municipale (Orts- und Stadtpolizei, verfügt nicht über Handfeuerwaffen, mit beschränkter Zuständigkeit, örtliche Verkehrslenkung, Verwaltungsangelegenheiten und verlängerter Arm des Bürgermeistersamtes bzw. der Gemeindeverwaltung); Gendarmerie (u.a. Autobahnüberwachung, Verkehrskontrollen auf Landstraßen und außerhalb der Orte, Delikte, Verbrechensbekämpfung, Diebstahls- und Betrugsanzeigen und Protokolle, Drogen, Ausländerangelegenheiten); Police National (Nationalpolizei, Organisiertes Verbrechen, Drogen, Banden, Terrorismus, Staatsschutz, bestimmte Kontrollen und Überwachungen); sowie der CRS – Corps Républicain de Sécurité (Kasernierte Polizei für besondere Einsätze). Außerdem die Zollbehörde – u.a. mit Drogenhunden – (Douane), die jetzt weniger direkt an den Grenzstellen tätig ist sondern sehr aktiv im Hinterland, z.B. an Autobahnzahlstellen oder auf offener Landstraße, in Jacht-, Sport- und Handelshäfen). Urlauber, und ausländische Residenten haben es i.d.R. mit der Police Municipal – meist bei Verwaltungsangelegenheiten – oder mit der Gendarmerie, – i.d.R. bei Verkehrskontrollen oder Eigentumsdelikten – zu tun.
POST
Poststellen sind von 9-12 und von 14-16 Uhr in Orten, in Großstädten mitunter ab 08.30-17 oder 18 Uhr geöffnet; in sehr kleinen Orten oft nur morgens auf zwei Stunden eingeschränkter Postdienst im Tante-Emma-Laden. Das Hauptpostamt in Paris (52, Rue du Louvre) hat mit allen Dienstleistungen täglich durchgehend geöffnet. Briefmarken sind am Postschalter, in Tabakläden und aus Automaten erhältlich. Wegen häufiger Preiserhöhungen wird der Preis nicht mehr auf die Marke gedruckt; die Marke zeigt nur noch den Kopf der französischen Marianne. Briefe sollten immer mit dem Vermerk (oder dem Aufkleber) Prioritaire oder Air-Mail versehen werden, sonst werden sie langsamer, nämlich als Drucksache behandelt. Für schwerere Briefe und Päckchen hält die Post vorgefertigte und bereits frankierte Euro-Vorlagen bereit. Die Mehrheit der Poststellen kann auch als Postbank und Postsparkasse benutzt werden (teils mit Geldautomaten für alle gängigen Bank-, Postbank- und Kreditkarten). An vielen Poststellen größerer Orte ist am Eingang eine Nummernmarke zu ziehen und auf den Aufruf zu warten! Da ist oft Zeit und Geduld gefragt! Noch ist die Post staatlich. Web: www.laposte.fr
POSTVOLLMACHT
Juristisch ist eine Postvollmacht (Procuration) auch in Frankreich von ungeheurer Wichtigkeit. Wenn Sie nämlich zur Annahme eines Schriftstückes verhindert sind und niemand mit Ihrer Postvollmacht ausgestattet ist, wird der Einschreibebrief auf dem Postamt liegen bleiben und die Benachrichtigungskarte landet in Ihrem Briefkasten. In diesem Moment gilt das Schreiben rechtlich an Sie als zugestellt, egal ob Sie es jemals zu Gesicht bekommen bzw. deren Inhalt zur Kenntnis genommen haben oder nicht! Wenn es sich – wie meist – bei diesem Schriftstück aber um eine polizeiliche oder gerichtliche Vorladung, eine Kündigung, eine Zahlungsaufforderung oder um andere Wichtigkeiten handelt, können Sie sich bei einer Vernachlässigung Ihrer Angelegenheiten oder bei Terminversäumnis nicht damit herausreden, den Brief „nicht erhalten“ zu haben. Französische Behördenbriefe werden nicht ins Ausland nachgeschickt! Dies hat besonders auf dem französischen Immobiliensektor für Deutsche in Frankreich schon zu erheblichen Nachteilen geführt, bis hin zu hohen Nachzahlungen oder Inhaftierung bzw. Beschlagnahme von Eigentum, da die Eigentümer ihre postalischen und finanziellen Angelegenheiten vernachlässigt und sich sorglos für längere Zeit außerhalb Frankreichs aufgehalten hatten. Sind Sie nämlich „postalisch“ nicht auffindbar und haben auch keine Vollmacht hinterlegt, können Sie auch in Frankreich zur Aufenthaltsermittlung bis zur Verhaftung ausgeschrieben werden. Eine „Postvollmacht“ nehmen Sie mit den beiden Personaldokumenten UND der/dem Bevollmächtigten auf Ihrem zuständigen Zustellpostamt gegen eine geringe Gebühr vor. Diese Vollmacht beschränkt sich nur auf den Postverkehr, nicht auf andere Absprachen oder Aufgaben! Sie ist jederzeit widerrufbar.
PRESSE, RADIO, FERNSEHEN (Presse, Radio, TV und Anwendungsmöglichkeiten)
Besonders bei den regionalen und örtlichen Zeitungen können wir den Arbeits-, Stellen- und Wohnungsmarkt nutzen. Kleinanzeigen einsehen oder selbst aufgeben, mit Kreditkarten oder französischen Bankkarten online bestellen und bezahlen. In Deutschland hat nahezu jedes Kreisgebiet (noch) seine eigene Zeitung. In Frankreich sind kleine Zeitungen zu großen und einflussreichen Regionalzeitungen zusammengeschlossen, wobei die kleinen Orte und Kreisgebiete jeweils mit eigenen lokalen Redaktionen vertreten sind. Alle Zeitungen führen Kleinanzeigen, Stellenmarkt, Auto-, Motor-, Sport, Immobilien, regionale Wirtschaft; die nationalen und internationalen Nachrichtenseiten werden von Zentralredaktionen beliefert. Hier die wichtigsten Regionalanbieter:
Das Elsass ist mit Les Dernières Nouvelles d'Alsace vertreten; also das Gebiet nördlich und südlich von Straßburg. www.dna.fr
Westfrankreich, das Gebiet der Loire-Mündung, Bretagne und Normandie, ist vertreten mit www.ouest-france.com
Südlich der Bretagne, also das Gebiet der Garonne-Mündung und Bordeaux, wird abgedeckt durch: www.sudouest.com
Süden und Mittelmeer: Die Côte d'Azur von der italienischen Grenze bei Menton, über Monaco und Nizza bis Cannes hat den Nice-Matin mit einer Gesamt- und zahlreichen Lokalausgaben: www.nicematin.com
Die westliche Côte d'Azur von St. Raphael über St. Tropez bis Toulon (im Landesinnern: Draguignan und Brignoles) wird ebenfalls vom Nice-Matin dominiert, allerdings heißt das volksnahe Blatt hier – dem Provinznamen entsprechend – Var-Matin: www.varmatin.com
Noch weiter westlich, nämlich das Gebiet von Marseille, Aix-en-Provence, Avignon, Camargue, Nîmes und Arles wird von La Provence abgedeckt, auf deren Sportseite ausführlich über den legendären Auf- und Ab Fußballclub Olympic Marseille berichtet wird: www.laprovence-presse.fr
Das Gebiet der Garonne und Südwest-Frankreich wird von der Tageszeitung La Dépêche du Midi informiert, was auch die Departements Gers, Lot und Aude einschließt: www.ladepeche.com
Lyon und seine Umgebung an der mittleren Rhône hat seit 1997 ein abrufbares Pressearchiv bei seiner Tageszeitung (mit großem Wirtschaftsteil) Le Progrès: www.leprogres.fr
Lothringen, Ostfrankreich und die Provinz Franche-Comté sind vertreten mit L'Est Républicain: www.estrepublicain.fr
Die Bretagne ist mit einem Onlinejournal verbunden (Wetterdienst, Hafennachrichten, Gezeitentabelle, Kleinanzeigen, Stellenmarkt): www.bretagne-online.fr
Lothringen und die Champagne (Reims, Metz, u.a.): Le Républicain www.republicain-lorrain.fr
Der Norden Frankreichs (Lille, Amiens) wird mit mehreren Regionalausgaben von La Voix du Nord beliefert: www.lavoixdunord.fr
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