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Leseproben der Rätselserie "Stadt - Land - Fluss":                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

Bei dieser 40 Km von Stuttgart gelegenen Stadt denkt man oft zuerst an Universität und Studenten. Tatsächlich sind knapp ein Drittel der 84 000 Einwohner Studierende. Betrachtet man das gesamte Uni-Umfeld (Lehrkräfte, Wohnungsmarkt, kleine Geschäfte, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitgewerbe), erkennt man den hohen Anteil der Universität an der Gesamtwirtschaft dieser Stadt. Mit der „Uniwelle“ haben die Studenten einen eigenen Radiosender. Überhaupt hat’s diese Stadt mit der Bildung: Zwei Max-Planck-Institute, die Institute für klinische Hirnforschung, Immunologie,  Wissensmedien und weitere Forschungseinrichtungen sind hier zu Hause. Autobahnähnliche Straßen und Regionalbahnen stellen die schnelle Verbindung nach Stuttgart und darüber hinaus her. Langeweile in der Freizeit kommt nicht auf: Die Kunsthalle, mehrere Museen (u.a. Auto- und Spielzeugmuseum), das Landes- und das Zimmertheater, eine Gesteins- und Fossiliensammlung, etliche Sprach- und ausländische Kulturinstitute setzen hohe Maßstäbe. Stiftskirche, Hölderlinturm und eine Altstadt voller Fachwerkbauten runden das Stadtbild ab. Das Schwäbische Tageblatt und das Studio des Südwestrundfunks haben immer das Ohr am Geschehen. Die Basketballer (Walter Tigers) spielen in der Bundesliga. Der Leichtathlet Dieter Baumann startet für den dortigen Verein. Im April/Mai finden die Latino-, und im Oktober die französischen Filmtage statt. Joseph Ratzinger, heutiger Papst Benedikt, hatte für drei Jahre an der Eberhard-Karls-Universität einen Lehrstuhl. Der Schriftsteller Hermann Hesse absolvierte in dieser Stadt seine Buchhändlerlehre. Von welcher bedeutenden Universitätsstadt ist die Rede?

*

Wir suchen diesmal eine „Stadt“ (und dazu einen Fluss und eine Person), die eigentlich keine eigene Stadt mehr ist, sondern ein berühmter Stadtteil Berlins im südöstlichsten Zipfel der deutschen Hauptstadt. Trotzdem scheint die gesuchte Stadt weltweit fast bekannter zu sein als Berlin. Nämlich durch den Husarenstreich eines „Offiziers“, der eigentlich ein in Tilsit geborener Schuster und notorischer Kleinkrimineller war. Dieser Schuster wollte am 16. Oktober 1906 angeblich nur einen Pass vom Bürgermeister im Rathaus unserer Stadt, um endlich geregelte Arbeit zu finden und ein geordnetes Leben führen zu können. Mit falscher Uniform scharte er ein paar Wachsoldaten um sich und marschierte ins Rathaus unserer gesuchten Stadt. Dabei ging einiges schief, und der falsche Offizier verhaftete den Bürgermeister und beschlagnahmte die Gemeindekasse. Schließlich wanderte er wieder ins Gefängnis, wurde von Kaiser Wilhelm II. begnadigt, und verstarb 1922 in Luxemburg (nachdem er mehrmals für Berlin Aufenthaltsverbot hatte, an das er sich aber nicht hielt). Aber alle Welt lachte über die Geschichte und schließlich wurde sie nicht nur von Carl Zuckmayer literarisch verewigt, sondern mehrmals verfilmt, u.a. mit Heinz Rühmann und Harald Junke.  Unsere Stadt liegt in „der grünen Lunge Berlins“ am Müggelsee und am Zusammenschluss zweier Berliner Flüsse. Einer der Flüsse heißt „Spree“. Auf dem anderen Fluss und auf dem Müggelsee werden Wassersport, Freizeitgestaltung und Erholung sowie kulturelle Veranstaltungen ganz groß geschrieben. Die Fragen lauten diesmal: Wie heißt die „Stadt“? Wie heißt der zweite Fluss? Wie heißt der falsche „Offizier“ im Volksmund? 

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Dieser Fluss ist mit 776 Km der drittlängste seines Landes. Er kringelt sich in vielen Windungen und malerischen Bögen durch den Nordwesten des Landes, vom Burgund über Troyes und Rouen bis zu einer Hafenstadt am Ärmelkanal. Und doch erreicht der Fluss seine höchste Bekanntheit, wenn er in Paris die Kathedrale von Notre Dame oder die Alexander-Brücke von Paris passiert. Dort sind die Uferpromenaden als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. Aber nicht nur die Kultur prägt diesen Fluss: Über 500 Km sind schiffbar und die Häfen von Paris und Rouen sind die größten Binnenhäfen des Landes. Hier werden Waren von und aus aller Welt transportiert. Neben alten Schlössern gibt es Automobilindustrie, Petrochemie und Kraftwerke an diesem Fluss. Über schiffbare Kanäle ist er mit Flüssen in den Nachbarländern (Maas, Rhein und Schelde) verbunden. Mit dem Hausboot könnte man also einen „europäischen“ Wasserurlaub verbringen. Die Hafenstadt an der Flussmündung und am Ärmelkanal hat knapp 200 000 Einwohner, liegt 4 m über Meeresspiegel und ist nach Marseille der zweitgrößte Hafen des Landes. Es ist eine  relativ „junge“ Stadt; sie wurde erst 1587 als Kriegshafen gebaut, war zeitweise von den Engländern besetzt, ist auch heute noch Militärhafen, wird aber verstärkt als internationaler Handelshafen ausgebaut. Immerhin befindet sich dort die Autofirma Renault und eine große Zulieferindustrie. Partnerstädte finden sich in China, England, Kongo, Russland und den USA. Zu den zahlreichen Persönlichkeiten der Stadt gehören u.a. die Maler Claude Monet und Raoul Dufy, sowie der Rennfahrer und Buchautor Paul Frère. Wie heißen die Hafenstadt, der Fluss und das Land ?

Allt Texte unterliegen dem copyright von Michael Kuss-Setz sowie

http://www.rätselschmiede.de

 

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