Was versteht Michael Kuss unter "Unterhaltungsliteratur mit Anspruch"
Zwischen der E-Literatur von Grass, den Mann's oder Handke und der U-Literatur einer Rosamunde Pilcher klaffen Welten und Lücken. Zwischen diesen Welten geht uns ein großer Teil des Publikums als Leser verloren! Diese Menschen greifen nie oder selten zum Buch. Warum?
Es gibt zu wenig Unterhaltungsliteratur über unseren Lebensalltag, die trotz der "Unterhaltung" den sozialen, kulturellen und psychologischen Anspruch und das reale Leben der Menschen berücksichtigt! Den Menschen wird zu oft entweder hochintellektuelle Anspruchsliteratur, oder banale Kitsch- und Traumwelt vorgesetzt. Zwischen Kunst und Kitsch klaffen mitunter erschreckende Lücken.
Mit meinen Texten will ich diese Lücken füllen. Etwa wie einst Johannes M. Simmel oder Max von der Grün, gelegentlich mit einem Schuss Jack London oder Charles Bukowski. Oder Jörg Fauser, den wir viel zu früh verloren haben und dessen basisdemokratische Radikalität ohnehin kaum erreichbar ist. Auch wenn - oder gerade weil - ihn Papst Reich-Ranicki zur Sau gemacht hat.
Wiederkehrende Themen über das "Abenteuer Leben". Von Liebe, Hoffnung, Enttäuschung und Erfüllung. Vom Lebenskampf UND Lebensmut der Menschen. Von wahrgenommenen und verpassten Chancen. Sich an guten Seiten erfreuen, aber die weniger guten nicht verschweigen. Keine Schönwetterberichte, sondern "unterhaltsame" aber realistische Geschichten über Leute von heute.
Nicht die Groschenroman-Mentalität, wo das arme Dienstmädchen nach langem Kampf und spießiger Dramatik feststellt, dass es eigentlich das uneheliche und einst verstoßene Kind einer Adeligen ist und schließlich doch den fürstlichen Gutsbesitzer heiraten darf, - sondern die realistische Beschreibung der Menschen in ihrem Alltag. Und zwar in einer populären Sprache, die das Kind - ohne lange Blumengarnierungen - beim Namen nennt.
Deshalb heißt mein Motto: "Klartext schreiben und auf den Punkt kommen"! Zu einem neuen Realismus finden! Denn ich frage mich, warum wir heutzutage alles mystifizieren oder sogar esoterisch bemänteln müssen, warum man Worte in buntem Bonbonpapier verpackt? Warum wir unsere Texte unbedingt intellektuell gestalten und umständlich verklausulieren müssen? Werden sie hierdurch literarischer und verständlicher? Oder ist es die Masturbation von so genannten Literaten, die sich hinter ihren Wortklaubereien verstecken, weil sie nicht wissen, wie man "dem Volk aufs Maul" schaut? Weil sie den Kontakt zur breiten Bevölkerung verloren oder nie bessenen haben und sich deshalb mit sich selbst beschäftigen und das Ergebnis dann "Literatur" nennen?
Eine "Popularsprache" bedeutet nicht zwangsläufig Bildzeitungs- oder Groschenroman-Niveau, bedeutet keine Boulevardisierung, also keine Vereinfachung von Literatur, sondern es kann auch bedeuten: Soziale, psychologische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge und Hintergründe in unterhaltsamer Weise in die Literatur einbauen. Ein Autor sollte sich nicht mit sich selbst, sondern mit den Menschen und ihrem Lebensumfeld beschäftigen! Literatur ist keine Masturbation.
Die Menschen nicht veräppeln und nicht als Dummerchen verkaufen, sondern fordern und aufwecken. Mit einer Demokratisierung und Popularisierung der Sprache möchte ich die Zielgruppe zwischen 'Boulevard' und hochintellektueller E-Literatur erreichen.
Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten, Sachthemen, Ratgeber und Rätseltexte von Michael Kuss, siehe linke Menüleiste.
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